Jost Gudelius
Jachenau, 8. März 2026
Geschichte
„Wechtenspalt“
Während meines
Heeresbergführer-Lehrgangs 1965/1966 wurde von Hauptmann Horst Kroher,
Lehrgangs-Leiter, bei den „Alpinen Gefahren“ und in der Lawinenkunde für den an
Wechten entstehenden Spalt der Begriff
„Kriechspalt“
genannt.
Beim Theorie-Unterricht in Vorbereitung
für den Staatl. Skilehrer-Anwärter durch Fritz Zintl (Berg- und Skiführer) im
Jahr 1969 sprach ich den „Kriechspalt“ als alpine Gefahrenquelle an, stieß aber
bei Zintl und den übrigen Lehrgangsteilnehmern auf Unverständnis.
Am 02. Oktober 2007 fügte ich in den
Artikel „Wechte“ bei Wikipedia den Begriff „Kriechspalt“ ein.
Am 25.Oktober 2007 ersetzte ich in einer
von mir neu erstellten Wechten-Skizze bei Wikipedia den wenig griffigen
„Kriechspalt“ durch meinen neuen Begriff „Wechtenspalt“.

„Der Wechtenspalt – eine Art
Sollbruchstelle einer Wechte – ist keine theoretische Linie, sondern ein meist
von Schnee überdeckter Spalt zwischen der Schneedecke auf der Luvseite und der
auf der Leeseite überhängenden Wechte. Er entsteht durch Setzungsvorgänge und
Kriechbewegungen der Wechte und verläuft auf der Luvseite etwas unterhalb der
im Fels vorgegebenen Gratkante. Der Wechtenspalt ist häufig gar nicht oder nur
schwer zu erkennen, was das Legen einer sicheren Spur erschwert“.



Nach
zwei Wechtenbrüchen an der Wildspitze in den Jahren 2006 und 2009
widmete sich die Alpinzeitschrift „bergundsteigen“ (2/09) dem Thema Wechten und
brachte nach Anfrage meine Skizze mit dem „Wechtenspalt“ (natürlich ohne
Nennung des Urhebers). „Alpin“ veröffentlichte im Heft 2/11 die Wechtenskizze (ebenfalls ohne
Urhebernennung). So auch der AVS im Heft "Bergeerleben" 1/14.
Inzwischen hat sich der Begriff
„Wechtenspalt“ durch das Internet weit verbreitet.
Sogar der Deutsche Wetterdienst nennt und erklärt den Begriff in seinem online Wetterlexikon, siehe:
https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?lv2=102936&lv3=103072.
Auf zahlreichen websites
wird im Zusammenhang mit alpinen Gefahren der Begriff Wechtenspalt genannt und
mit den Formulierungen aus Wikipedia erklärt.
Jost Gudelius
Staatl. geprüfter Berg- und Skiführer
Raut 30 ½
83676 Jachenau
08043-333
www.gudelius.de